Lebenszeichen
Ernsthaftes oder besser gesagt geregeltes Leben hingegen findet man hier so gut wie gar nicht. Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf und das Schicksal entscheidet schon. Balinesische "Pünktlichkeit" z.B. ist ein sehr dehnbarer Begriff und bezieht sich eher auf ein Zeitfenster als auf einen Zeitpunkt. Wenn man beispielsweise mit dem Rollervermieter einen Termin um 16 Uhr vereinbart, sollte man sich so zwischen 13 und 18 Uhr bereithalten, alles ist möglich ;-) Es macht auch keinen Unterschied ob man den Termin am selben Tag vereinbart hat und einem hoch und heilig versprochen wurde pünktlich da zu sein. Und das ist nur ein Beispiel...Am besten spiegelt der Straßenverkehr das balinesische Leben wieder...Es gibt quasi KEINE Regeln, nur vereinzelt Straßenschilder (darunter fallen auch Ortsangaben bzw. Richtungsangaben und selbst wenn es welche gibt muss das nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen) und alles was man zu beachten hat, ist dass das Recht des Stärkeren gilt ;-).
Rote Ampeln sind hier Kirschgrün und haben eher straßenschmückenden Charakter! Auch nach dem Weg sollte man besser nicht fragen, denn der wird einem immer verraten auch wenn der oder die Gegenüber keinen blassen Schimmer hat wo sich befragtes Ziel wirklich befindet. Mit einem „Nein, keine Ahnung“ würde ein Balinese nämlich den Kopf verlieren. Also lieber brav grinsen, mit dem Kopf nicken und einen vom Pferd erzählen ;-) Achja, und tanken funktioniert auf Bali meistens so:
So genug Negatives, es soll ja nicht der Eindruck entstehen dass es mir hier in irgendeiner Weise nicht gefallen sollte oder ich keinen Spaß hätte, dem ist nämlich absolut nicht so. Am besten ich fang einfach mal vorne an und versuche wenigstens ein paar Eindrücke der letzen Wochen Revue passieren zu lassen und aufs „Papier“ zu bringen. Unser erster größerer Rollerausflug führte uns nach Uluwatu auf der Halbinsel Nusa Dua (das ist der tiefste Süden Balis). Nach einigen Anreiseschwierigkeiten, ihr erinnert euch an die Straßenschildersache, wurde man an den Klippen Uluwatus mit einem unglaublichen Ausblick belohnt.
Eine Traumlandschaft und dazu auch eines der Surferparadiese Balis, allerdings nur für Profis oder Suizidgefährdete. Riesige Wellen und dann eben überall die Klippen bzw. Felsen im Wasser. Wir haben uns also mit zugucken begnügt und dann den Abstieg begonnen. Und wenn es oben schon der Hammer war dann war es unten nur noch ein Traum. Die Bilder sprechen glaub ich für sich!
Abgerundet wurde das ganze dann mit einer geilen Strandmassage, wirklich ein Traum ;-)
Das einzige was einen auch in diesem kleinen Paradies in der Realität hält sind die leicht nervigen Strandverkäufer. Es gibt sie überall, es gibt sie in allen Varianten, sie beherrschen Vogelstimmen und andere nicht definierbare Geräusche und es scheint neben Parkeinweiser/Verkehrsregler (zu jeder Einfahrt eines Geschäfts, Hotels etc. gehört mindestens ein Mann mit Pfeife *g) die Hauptberufsgruppe Balis zu sein. Die Obstverkäufer sind noch die Besten ihrer Zunft, zwar auch leicht aufdringlich aber sie verkaufen wenigstens Dinge die man am Strand bzw. in der Hitze gebrauchen kann. Anders verhält es sich hingegen mit den Blasrohr-, Pfeil-und-Bogen- ,Stuhl-für-den-Kopf-, Schrottsonnenbrillen-, Strandmatten-, und Zigaretten-Verkäufern. Ein einfaches tidak, terima kasih (nein danke) reicht oft als Ablehnung nicht aus. Ich mein, was soll ich mit ner Strandmatte wenn ich doch schon auf einer liege. Das einzig schlagende Argument, was sie auch mindestens in jedem 2. Satz anführen ist „cheap cheap“ ;-). („I don’t smoke.“ à „Yeah, but it’s cheap.“ à “What should I do with the cigarettes, don’t need it” à “But it’s cheap”). Und wehe man fragt wirklich mal nach dem Preis, dann setzen sie sich direkt neben einen und die Verhandlungen gehen in die nächsten Runden. Teilweise sehr witzig, teilweise absolut nervtötend *g. Hier mal ein Bild von 2 Eisverkäufern (könnte genauso gut aus irgendeiner Langnesewerbung stammen).
Bevor es wieder nach Hause ging stand noch die obligatorische Tempelbesichtigung an. Tempel sind nichts Besonderes auf Bali (jedes Haus eines Einheimischen hat einen) aber es gibt doch schon einige spezielle und große Tempel die man gesehen haben sollte. Der von Uluwatu gehört dazu. Auf den Klippen gebaut, mit heiligen Affen die einem alles klauen und gegen Süßigkeiten wieder eintauschen (von wegen heilig, das ist die Haupteinnahmequelle des Tempels) und ein unglaublich schöner Sonnenuntergang:
Achja, Uni haben wir natürlich auch, nicht dass ihr denkt ich wäre zum Spaß hier. Es ist sogar unerwartet viel zu tun: Assignments, Hausaufgaben, Präsentationen, Tests, Case Studies…Wie sich aber schon bald herausstellte, ist alles auf relativ niedrigem Niveau. (abgesehen von Bahasa Indonesia (sprich Indonesisch). Die Sprache ist zwar ziemlich leicht, aber Vokabeln lernen sich auch nicht von selbst). So relativiert sich der Aufwand dann wieder und man kann sich eigentlich nicht beklagen. Mal gespannt wie die Klausuren werden. Uni ist jede Woche von Montag bis Mittwoch und donnerstags stehen dann immer Exkursionen an, die sich in Marketing- und Culture-Exkursionen splitten. Eine davon ging Anfang September nach Tulamben, ins einzige deutsche Tauchressort Balis. Der Wahnsinn! Abseits vom Tourismus kann man dort Natur pur genießen.
Und natürlich durften wir auch alle an einem „Schnupperkurs“ teilnehmen und schon nach 2min unter Wasser war klar dass ich einen Tauchschein machen werde.
Eine völlig andere Welt, einfach abtauchen und staunen. 2 Wochen später war’s dann auch schon so weit. Die Theorie und den Poolteil haben wir hier in Kuta gemacht um dann erneut 2 ganze Tage in Tulamben zu verbringen und insgesamt 4 Meerestauchgänge zu machen.
Und jeder Tauchgang war eine Steigerung im Vergleich zum Vorherigen. Den krönenden Abschluss bildeten 2 Tauchgänge durch ein gesunkenes Schiff. Echt unglaublich. Vom Schiff ist zwar nicht mehr soviel zu erkennen aber dafür gibt es 120 Meter Korallen, Fischschwärme, Haie, Mantas und und und…Das Highlight war ein Baracuda von fast 2 Metern Länge. Und die Kamera funktioniert auch einwandfrei unter Wasser..Konnte sie bisher aber leider nur im Pool testen, Schnorcheln ist aber auch noch angesagt
J So das soll erstmal genügen! Demnächst gibt es mehr!
Liebe Grüße an euch alle und bis bald



























































